1. August Weggen

Die Schweiz feiert am 1. August ihren Geburtstag. David meinte vor ein paar Wochen zu mir, dass er sich riesig auf die Bundesfeier freue: „Jetzt, da wir in einem typischen Schweizer Dorf leben, sollten wir doch den 1. August feiern.“ Ich war gewissermassen etwas erstaunt über seine Aussage, vor allem weil ich persönlich bis anhin dem 1. August keine grosse Aufmerksamkeit gewidmet habe. Also zog ich los, kaufte eine Schweizerfahne und eine kitschige, mit einem Edelweissmuster versehene Laterne. Zuhause präsentierte ich David stolz meine Errungenschaften. Er merkte sofort an, dass die Fahne von Liechtenstein auch aufgehängt werden soll. Ich liess mich auf den Deal unter folgender Bedingung ein, dass nach dem 15. August – dem Staatsfeiertag von Liechtenstein – beide Fahnen wieder im Schrank verschwinden werden. Gesagt – getan.

Nachdem ich mich also bereits mit dem 1. August dekorationstechnisch auseinander gesetzt habe, kam mir die Idee, mich nach einem passenden Rezept für den 1. August umzusehen. Sucht man im Internet nach typischem Schweizer Essen, stösst man, wie könnte es anders sein, auf allerlei Röstivariationen, Fondue , Aargauer Rüeblitorte, Zürcher Geschnetzeltes und weitere „typische“ Schweizer Gerichte. Betritt man aber in diesen Tagen hierzulande eine Bäckerei oder ein Lebensmittelgeschäft mit Backwarenabteilung, trifft man unweigerlich auf Weggli (Brötchen) mit einem 1. August Fähnchen – 1. August Weggen.

So kam ich auf die Idee, für meinen food blog 1. August Weggen zu backen. Meine Schwester (die beste Zopfbäckerin im ganzen Land) hat sich bereit erklärt, mich dabei zu unterstützen. Nach dem Backen hat mein Neffe mir geholfen, die 1. August Weggen perfekt in Szene zu setzen. Die meisten der Weggen haben wir anschliessend für den 1. August eingefroren. Aber eine haben David und ich heute zum Zvieri genossen und ich kann euch versichern, dass die Weggen unglaublich gut schmecken.

Wer jetzt noch etwas zur Geschichte der 1. August Weggen lesen will, kann das hier tun. Unser Rezept für die 1. August Weggen findet ihr unten.

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1. August Weggen Rezept (8 grosse Weggen)

Zutaten

700g Zopfmehl
300g Dinkel Mehl, hell
1 EL Salz
20g Hefe
4-6dl Milch
2dl Joghurt, nature
120g Butter, weich, in Stücken
 
1 Eigelb, verklopft
etwas Rahm
 

Zubereitung

Zopfmehl und Dinkelmehl in eine Schüssel geben. Salz, Hefe und Butter beigeben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand gut vermischen. Flüssigkeit (Milch und Joghurt) beigeben. Den Teig 10-15 Minuten kneten, bis er glatt und geschmeidig ist und sich ausziehen lässt. Zugedeckt um das Doppelte aufgehen lassen. Den Teig während dem Aufgehen zwischendurch aufziehen. Dazu wird der Teig am Schüsselrand etwas nach Oben gezogen. Anschliessend 8 gleichmässige Kugeln formen. Die Kugeln nochmals 15 Minuten zugedeckt aufgehen lassen. Danach für 15 Minuten in den Kühlschrank stellen. Den Backofen auf 200°C vorheizen. Mit der Schere Schweizer Kreuze in die Weggen einschneiden (siehe Bild) und mit verklopftem Eigelb und Rahm bestreichen. Im vorgeheizten Backofen 30 Minuten backen. Weggen auf einem Gitter auskühlen lassen und mit Schweizer Fähnchen verzieren.

Die 1. August Weggen zum Brunch, als Beilage zu Fleisch oder belegt geniessen.

Bis bald, eure Kuisine

 

Fotos: toldofoto

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  • Danke für diese tolle Inspiration, die schönen Bilder und das Rezept. Ich werde die Weggen gleich für unseren 1.August weit weg von Zuhause nachbacken, dazu die Nationalhymne schmettern, zumindest meine Trachtenohrringe tragen (der Rest blieb eben Zuhause;) und mich sehr patriotisch fühlen. Vielleicht kriege ich sogar irgendwo Knallfrösche her;)
    Geniesst Euren "ersten" richtigen Nationalfeiertag... Das Schönste sind für mich übrigens die Höhenfeuer. Die könnt ihr ja von Eurem neuen Wohnort aus gut sehen!

    • Vielen Dank für deine Worte und ich werde gespannt und auch für dich Ausschau nach den Höhenfeuer halten!

  • Carmen said:

    ...auch ich habe mich von diesen wundervollen und ansprechenden Bildern beflügeln lassen und werde am 1.August selbst gemachte Weggen an Stelle von Gekauften zum ZMorge auftischen! Von der Zopfback-Königin möchte ich gerne wissen, wie sie das jeweils am besten mit einfrieren und auftauen von Zöpfen resp. Weggen macht? Einen schönen ersten "richtigen" August wünscht, Carmen

    • Vielen Dank Carmen! Ich habe deine Frage weitergeleitet. Ich wünsche dir einen wunderschönen 1. August

    • Schwester said:

      Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich ein Combi-Steamer habe. So habe ich für das Auftauen die Möglichkeit das Brot zu regenieren (Heissluft mit Dampf kombiniert). Sonst würde ich dir empfehlen, das Brot noch warm in einem Sack einzufrieren, danach das Brot auftauen und wenn es aufgetaut ist noch mal kurz in Ofen (ca. 10-20 Minuten bei 180°C).
      Schöne erschte Ougschte!

  • Irina said:

    Nachgebacken und die Familie damit beglückt. Merci für deine immer wieder sehr inspirierenden und wunderästhetischen Einträge. Ein wahrer Genuss für die Sinne, dein Blog!

  • Wunderschöne Fotos mit dem süssen Jungen :-)